Musikförderung – Klavier: finanziert durch die Paul und Charlotte Kniese - Stiftung
Ansatz:
Menschen mit eingeschränktem bzw. nicht vorhandenem Sehsinn verfügen oftmals über stark ausgeprägte auditive Wahrnehmungsfähigkeiten. Sie erschließen sich ihren Alltag häufig über die Welt der Geräusche und Klänge. Genau bei diesen Stärken setzt die Musikförderung an, um diese Wahrnehmungsfähigkeiten in ihrer Vielfalt sehr differenziert und individuell herauszubilden.
Erfahren Sie mehr über Synergien und Nachhaltigkeit im Umgang mit musikalischen Inhalten in folgendem Text:
Lerninhalte:
Die Musikförderung verfolgt nicht in erster Linie das Ziel musikalische Talente zu entdecken und zu entfalten, sondern bietet ein breit aufgestelltes Programm. Es beginnt mit der Mobilisierung und Sensibilisierung des Bewegungsapparates, führt über die Entdeckung der eigenen Stimme bis hin zur Verfeinerung des Gehörs. In all diese Prozesse wird das Klavier als Musikinstrument einbezogen. Es bildet den unverzichtbaren Mittelpunkt der Arbeit, um ein musikalisches Verständnis zu erlangen. Die Vermittlung der Grundlagen des Klavierspiels sowie das Lesen lernen und Anwenden der Notenschrift (in Braille - oder Schwarzschrift) sind wesentlicher Bestandteil der Musikförderung.
Das Erlernen von Kenntnissen der Braillenotenschrift ist nicht nur Anliegen der Musikförderung. Wie wichtig die Anwendung der Notenschrift für Blinde ist, lesen Sie hier: https://www.dbsv.org/braillenotenschrift.html
Die Brailleschrift ist außerdem seit 2020 immaterielles Weltkulturerbe der UNESCO. Weitere Informationen darüber erhalten Sie unter folgendem Link: https://www.dbsv.org/pressemitteilung/braille-immaterielles-kulturerbe.html
Das Unterrichtsangebot:
Das Angebot der Musikförderung steht allen Schülerinnen und Schülern der Marie-und-Hermann-Schmidt-Schule offen, die neugierig und bereit sind, sich auch in ihrer freien Zeit mit den vielfältigen Inhalten der Musikförderung zu beschäftigen! Die 45-minütigen Unterrichtsstunden finden - abgekoppelt vom Schulunterricht - am Dienstag- bzw. Donnerstagnachmittag statt. In dieser Zeit wenden sich dienstags Anne Sollwedel und donnerstags die Pianistin Konstanze John den Schülerinnen und Schülern im Einzelunterricht individuell und auf Augenhöhe zu. Sie bilden zusammen das Pädagoginnenteam, leiten und organisieren den eng aufeinander abgestimmten Unterricht.
Der Unterricht findet auf dem Schulgelände - vorwiegend im Internatsgebäude - statt. Im Musikförderungsraum stehen die für Blinde und Sehgeschädigte notwendigen Hilfsmittel sowie Lehr - und Lernmaterialien (Lesegerät, Punktschriftmaschine, Braillenotenmaterial, Großdrucke) bereit. Im Unterricht können sowohl elektronische als auch akustische Klaviere und Flügel in Schule und Internat genutzt werden.
Unsere Förderer: Die Kniese-Stiftung, Berlin
Privater Musikunterricht ist sehr teuer. Nicht alle Eltern können die Kosten für diese Förderstunden allein finanzieren. Deshalb sind wir sehr dankbar und blicken stolz auf eine langjährige Zusammenarbeit mit den Unterstützern dieses Musikförderungsprojektes zurück.
Die Paul und Charlotte Kniese-Stiftung (https://www.kniesestiftung.de) ist eine gemeinnützige Stiftung für blinde und sehbehinderte Menschen. Sie fördert seit mehr als 30 Jahren den Klavier- und Braillenotenschriftunterricht an der Marie-und-Hermann-Schmidt-Schule und arbeitet eng und vertrauensvoll mit den Musikpädagoginnen zusammen.
Bewerbungen um einen Platz in der Musikförderung senden Sie deshalb bitte - in Absprache mit Frau John und Frau Sollwedel - direkt an die
Paul und Charlotte Kniese-Stiftung
Bundesallee 185
10717 Berlin
Mail: info@kniesestiftung.de
Für weitere Informationen nutzen Sie bitte die telefonische Sprechzeit von Frau John
Donnerstags: 12.45 – 13.15 Uhr
Telefon: 0171 - 1800220